Pressestimmen - Allgemeine Zeitung vom 23.04.2007

Kinderlächeln für die kranke Ronja

-cso- Osterwick.

Anfang März hat Pia Lanfers einen Brief nach Berlin geschrieben. Darin erzählte sie die Geschichte ihrer von vielen Schicksalsschlägen gebeutelten Familie. Im Mittelpunkt stand aber ihre Sorge um Schwester Ronja, die seit anderthalb Jahren mit dem Krebs kämpft. Der Brief hat die Verantwortlichen des Fördervereins Kinderlächeln für krebskranke Kinder aus Berlin tief berührt. Kinderlächeln zögerte nicht lange und organisierte einen Laptop, von der Firma Fujitsu Siemens aus München gesponsert, damit Ronja bei den kommenden Krankenhausaufenthalten Kontakt zur Familie und Klassenkameraden halten kann. Lesen und Schreiben hat sie bereits gelernt. Am Samstagmittag überreichten zwei Vertreter den transportablen Computer.
Uns hat das Schicksal der achtjährigen Ronja tief berührt, berichtet Robert Koch von Kinderlächeln. Wir haben sofort alles in Bewegung gesetzt, um der Kleinen diesen Wunsch zu erfüllen. Die Fluggesellschaft Air Berlin hat uns sogar die Flüge gesponsert, damit wir hier nach Rosendahl kommen können. Der Besuch war der erste Einsatz im Münsterland.
Dabei ist es unglaublich, was die neunköpfige Familie Lanfers in den vergangenen Jahren erleben musste unglaublich aber wahr. 2000 erkrankte Mutter Silvia Lanfers an Nierenkrebs, wurde aber vollständig geheilt. Im Jahr 2005 dann hatte die damals 16-jährige Pia mit ihrem Freund Tobias einen schweren Autounfall. Danach musste die jüngere Schwester Anna (damals elf) an den Mandeln operiert werden und verblutete fast. Im Sommer 2005 hatte der achtjährige Leon einen Fahrradunfall mit Verdacht auf Beckenbruch. Zwischendurch wurde Mutter Silvia trotz Sterilisation schwanger. Doch dann folgte der größte Schock: Kurz nach der Einschulung diagnostizierten die Ärzte bei der damals sechsjährigen Ronja einen Hirntumor. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen, erinnert sich Mutter Silvia.
Wir sind zum Arzt gefahren, weil Ronja immer gebrochen hat und sich eines Tages beim Fernsehen ein Auge zugehalten hat, weil sie alles doppelt sah. Als am 12. Dezember 2005 dann in einer siebenstündigen Operation der Tumor erfolgreich entfernt wurde, hoffte die Großfamilie, endlich alles überstanden zu haben zumal kurz davor noch ein kleines Mädchen an der Nachbarschaft an Krebs gestorben war. Doch es kam anders: Der Tumor war bösartig und Ronja musste nun zahlreiche Chemotherapien über sich ergehen lassen. Ich konnte den Stress und vor allem die Angst nicht mehr aushalten, berichtet Silvia Lanfers. Als mir dann im Krankenhaus bei Ronja noch die Fruchtblase geplatzt ist und der kleine Finn per Kaiserschnitt geholt werden musste, war zwar dieses Kinderglück, aber auch immer noch die Angst um Ronja da.
Während der Chemo- und Bestrahlungstherapie nahm Ronja dramatisch ab. Sie musste im Rollstuhl sitzen und hätte fast eine Magensonde bekommen. Zwischendurch lag sie hier auf dem Sofa und hatte schon fast aufgegeben. Aber Ronja habe immer gekämpft, sagt ihre Mutter.
Die Blaskapelle Holtwick, die extra für Ronja ein Ständchen spielte, und Ronjas Klassenkameraden waren dabei, als Robert Koch und Andreas Hübner den Laptop an die strahlende Ronja überreichten. Das Lächeln der Kinder ist der schönste Dank, so Hübner. Auch Schwester Pia ist berührt: Ronja hat so viel durchgemacht. Das hat sie sich verdient.

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